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homo ornans

homo ornans


Substantiv, maskulin [der]


der schmückende Mensch;

Mensch als Typus, der sich selbst, seine Kommunikation und seine Umwelt durch Schmuck gestaltet


von       lateinisch ornare= schmücken

            lateinisch homo= Mensch

Warum schmückt sich der Mensch? Diese Frage treibt mich seit Beginn  meiner Ausbildung an. Woher kommt das Bedürfnis, sich ein schönes, aber  scheinbar nutzloses Objekt an den Körper zu heften? Schmuck scheint  zunächst keine Funktion zu haben, trotzdem hat sich das Phänomen Schmuck über viele tausend Jahre bis heute erhalten.
Dabei hat Schmuck für die Träger:innen tatsächlich verschiedene  Funktionen: mal ist er Zeichen von gesellschaftlicher Stellung und  Wohlstand, mal eine emotionale Verbindung zu geliebten Orten oder  Menschen. Aber fast immer ist er ein Mittel, ein Symbol, um sich selbst  zu schmücken, die eigene Identität zu gestalten und sich auszudrücken – ein menschliches Grundbedürfnis, wie bereits die Kunsthistorikerinnen  Liesbeth den Besten in ihrer Arbeit darstellt.
Durch den engen Körperbezug ist der Schmuck als Symbol besonders nah mit  dem/der Träger:in verknüpft. So ist Schmuck ein subtiles, sehr persönliches kommunikatives Medium. Über dieses Medium kann der/die Träger:in mit ihrer Umwelt in Kontakt treten, bestehende Beziehungen verdeutlichen und neue schaffen.  

expxydharz, gefärbt, extrudiert

silber, vergoldet

foto: petra jaschke

model: tamara winkscha

Und warum mache ich eigentlich Schmuck? Auch diese Frage beschäftigt mich seit dem Beginn meines Studiums. Es ist nicht nur die Freude am Gestalten und handwerklichen Arbeiten, welches heute im täglichen Leben  selten geworden ist, sondern auch der Kontakt mit Menschen durch den  Schmuck, der mir Spaß macht.
Dabei entsteht über den Schmuck nicht nur eine Beziehung zwischen den Träger:innen oder mir als Schmuckmacherin und der Umwelt. Es entsteht  auch eine Beziehung zwischen mir und den Träger:innen meines Schmucks.
Wie kann ich empathisch auf ihre Bedürfnisse, sich selbst auszudrücken, eingehen? Kann ich diese Beziehung auch gestalterisch nutzen? Und kann ich über den Schmuck Freude an handwerklicher Arbeit vermitteln?
„To be human is to make“ („Menschsein heißt machen“) – diese These  stellt die Anthropologin Ellen Dissanayake auf. Dinge mit den Händen zu  erschaffen schafft nicht nur eine tiefe Zufriedenheit, sondern lässt den  Menschen physisch Prozesse begreifen, die wiederum unser abstraktes Denken beeinflussen. Durch das Machen kann der Mensch eine Spur in der  Welt hinterlassen und mit ihr in Beziehung treten.
Der Schmuck gibt mir die Möglichkeit einen Einfluss auf meine Umwelt zu  haben. Während des Arbeitsprozesses kann ich das Material formen, dem  Material einen Wert aufprägen, mich – je nach Material – buchstäblich ausdrücken. So ist der Schmuck für mich genauso ein kommunikatives Medium, wie für die Träger:inen. Ebenso wie beim Tragen des Schmucks, kann auch das Machen des Schmucks, die handwerkliche und gestalterische  Arbeit, als Symbol gesehen werden.     

 

expxydharz, gefärbt, extrudiert
silber, vergoldet
foto: petra jaschke
model: tamara winkscha

Die doppelte Bedeutung des Wortes „(aus)drücken“, im übertragenen und im praktischen Sinne, zeigt, dass Schmuck tragen und Schmuck machen eng  miteinander verknüpft sind.
In meiner praktischen Arbeit habe ich durch Drücken aus ornamentalen, flachen Formen dreidimensionale Extrusionen erzeugt. Der zunächst weiche und formbare Kunststoff zeigt dabei deutlich die Spuren und die Kraft  des Prozesses. Beim anschließenden Aushärten werden diese Spuren zu  einer dauerhaften Form konserviert. Die Extrusion als Objekt wird zum  Schmuck, indem sie erneut mit den gleichen Formen arbeitet wird. Entstanden ist eine Kollektion, die sich bewegt zwischen klassischen  Schmuckformen und kleinen Skulpturen, die einen Körperbezug nur erahnen lassen. Dabei ist der sichtbar gewordene Prozess das schmückende  Ornament am Körper.
 

Ein Ornament ist jedoch nicht nur ein zusätzliches Dekor, sondern wird vor allem verwendet, um Dingen eine Bedeutung zu geben. Durch Schmuck als Ornament für den Körper gestaltet der Mensch seine Umwelt und gibt ihr und sich selbst eine Bedeutung.
Der Mensch ist homo ornans – der schmückende Mensch.  

 expxydharz, gefärbt, extrudiert

gold 333/000
foto: petra jaschke
model: tamara winkscha

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